Deutsche Staatsangehörigkeit im Wandel

Deutsche Staatsangehörigkeit im Wandel

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a€žNiemand kann zwei StaatsangehAprigkeiten besitzen, wie auch niemand zwei MA¼tter haben kann.a€ Dies betonte der franzApsische Autor AndrAc Weiss im Jahre 1907 auf die Frage, ob die ZulAcssigkeit von Mehrstaatigkeit wA¼nschenswert sei. Das Zitat hat einen hohen Aussagewert bezA¼glich Herkunft, Zeitgebundenheit und Sinngebung des Rechtsinstituts a€žStaatsangehAprigkeita€œ und schlieAŸt mit ein, dass der StaatsbA¼rger AngehApriger eines souverAcnen, omnikompetenten Staates mit einer speziellen Bindung ist. Ein Band wechselseitiger Treue schweiAŸt nach traditioneller Auffassung einen Staat und seinen BA¼rger zusammen. StaatsangehAprigkeit als Rechtsinstitut ist ein Wesensmerkmal moderner Staatlichkeit, weil damit das Substrat der Personalhoheit des Staates (im Sinne der Drei-Elemente-Lehre von Georg Jellinek) definiert wird a€“ manchmal weniger, manchmal mehr ideologisch, wie u.a. die nationalsozialistische Auslegung der StaatsangehAprigkeit zeigt. Sie gehAprt zu den besonders sensiblen Elementen der traditionellen Staatlichkeit und erlaubt eine eindeutige Zuordnung jedes Menschen zu seinem politischen Verband. Die StaatsangehAprigkeit ist die formale Voraussetzung der vollen Wahrnehmung seiner jeweiligen staatsbA¼rgerlichen Rechte und Pflichten. Zunehmende (Arbeitnehmer-)FreizA¼gigkeit, internationale Wanderungsbewegungen in global offenen MAcrkten (sei es durch Familiennachzug von Gastarbeitern, sei es durch FlA¼chtlingsstrApme wie aktuell von Afrika nach Europa) sowie die anhaltende EuropAcisierung setzen indes verAcnderte Bedingungen, mit denen die Starrheit klassischer Zuordnungsmodelle mit Blick auf tragende VerfassungsgrundsActze wie materielle Gleichheit, effektive Freiheit, MenschenwA¼rde und Demokratie in Konflikt gerAct. Das Gleichgewicht zwischen rAcumlicher Ausbreitung, IdentitActsbildung und NationalitActsverstAcndnis wird damit in Mitleidenschaft gezogen. Mit der Arbeit soll das traditionelle und aktuelle deutsche RechtsverstAcndnis hinsichtlich des Begriffs der StaatsangehAprigkeit aufgezeigt, aber auch die Problemstellung dargestellt werden, inwiefern die gesellschaftlichen VerAcnderungen sowie die sozialwissenschaftlichen Theorien von der Entnationalisierung und der sog. a€žpostnationale BA¼rgerbegriffa€œ das traditionelle Konzept bedrohen, das seinen Ursprung in den Nationalstaaten am Anfang des 19. Jahrhunderts findet.... verfassungsrechtliche Untersuchung, 2004, im Internet abrufbar unter: http:// www.jurawelt.com/sunrise/media/mediafiles/13773/tenea_juraweltbd72_mertens .pdf (Stand: 07.05.2012). ... Pfaff, Victor: Anmerkung zu BVerwG, Urt. v. ... Renner, GA¼nter: Grundgesetz und deutsche StaatsangehAprigkeit, NJ 1999, S. 230-234.


Title:Deutsche Staatsangehörigkeit im Wandel
Author:Michael Deinhard
Publisher:GRIN Verlag - 2012-07-25
ISBN-13:

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